Aktuelles
30.9.2011
Liebe Besucher,
wie unschwer an unterem Datum zu erkennen ist, klappt das mit den aktuellen Beiträgen überhaupt nicht - zumindest bis jetzt nicht. Da wir uns aber fest vorgenommen haben, zumindest unsere Sonderangebote auf dem Wochenmarkt und im Hofladen auch auf unserer Homepage zu veröffentlichen, werde ich vielleicht auch an dieser Stelle ab und zu über neues berichten können. Mal sehen obs klappt.
Ihr Ottmar Dänzer
24.1.2010
Liebe Abokunden,
irgendwie muss ich doch mal so einen Kurs in Zeitmanagement mitmachen - ich krieg irgendwie nie das erledigt, was ich eigentlich geplant habe. Jetzt hat sich schon wieder eine deutliche Lücke zu meinem letzten "Gärtnereibrief" aufgetan. Dabei sollte das wieder eine wöchentliche "Einrichtung" werden. Und auch heute muss ich mich dazu zwingen, da ich schon seit einigen Tagen über meiner Anbauplanung sitze und sie gerne weitermachen würde. Für die ersten Aussaaten ist es höchste Zeit und ich hab die meisten Samen noch nicht einmal bestellt. Na ja - vielleicht komme ich nachher noch etwas weiter.
Was gibts neues beim Gemüse und Obst?
Ich habe für kommende Woche Topinambur für das Gemüsesortiment geplant. Nachdem wir die Mengen, die wir im Herbst noch ernten konnten, bevor es richtig kalt wurde, schon alle auf dem Großmarkt verkauft haben, konnten wir die letzten Tage so ca. 1 Tonne frisch ernten. Zum Glück ist der Boden nur wenige cm tief gefroren. Wenn er wie in anderen Wintern 20-30 cm tief gefroren wäre, hätten wir keine Chance zum ernten. Trotzdem ist es ein ziemlich mühsames Geschäft. Mit Maschinen läst sich bei dem feuchten Boden kaum etwas ausrichten. So bleibt also alles Handarbeit. Mit Grabgabel und Fingern müssen meine Mitarbeiter die Topinambur aus dem Boden holen.
Eigentlich könnte man sich jetzt fragen, warum ich die Topinambur nicht im Herbst bei trockenem Boden und mit einem Vollernter vom Acker geholt habe. Leider klappt das bei mir fast nie. Die Topinambur blühen etwa Anfang bis Mitte Oktober. Selbst bei einem früheren Pflanztermin lässt sich daran nach meinen entsprechenden Versuchen zu schließen nichts verbessern. Nachdem die Blüte abgeschlossen ist, fängt die Pflanze erst an, die Nährstoffe in die Knollen einzulagern. Das bedeutet, daß man mit der Ernte oft erst Anfang bis Mitte November beginnen kann. Um diese Zeit ist unser Boden aber meist schon ziemlich nass, so daß mit Erntemaschinen kaum mehr etwas auszurichten ist. Für einen Vollernter muss der Boden "siebfähig" sein. Einen nassen Sandboden kann man vielleicht noch sieben. Lehmigere Böden, wie wir sie haben, lassen sich im nassen Zustand praktisch nicht mehr sieben. Da ist es dann schon fast egal, ob man im November oder im Januar die Knollen von Hand erntet - vorausgesetzt der Boden ist nicht steinhart gefroren.
Und was sollen Sie mit den Topinambur anfangen?
Bitte schauen Sie unter dem Buchstaben "T" in unserem Rezeptbuch nach. Da finden Sie viele Rezeptvorschläge. Bitte probieren Sie auch einmal ein oder zwei Knollen roh zu reiben und unter einen Salat zu mischen. Schmeckt recht gut und so bleiben auch die Vitamine viel besser erhalten.
Zu den Clementinen:
Hier ist die Hauptsaison definitiv vorbei. Ich glaube man kann zu Recht sagen, dass wir über mehrere Wochen recht gute und süße Clementinen verkaufen konnten. Aber diese Hauptsorte ist jetzt abgeerntet. Jetzt werden einige Nachfolgesorten wie Nadorcot oder Ortanique und Hernandinas angeboten. Wir versuchen hier die süßesten Sorten auszuwählen. Leider ist das gar nicht so einfach, weil selbst die gleiche Sorte von einem anderen Händler oder Erzeuger schon wieder nicht mehr so gut sein kann. Vielleicht sollten Sie daher eher kleinere Mengen an Clementinen einkaufen. Als Alternative sind die Washinton Navelorangen recht süß und gut und auch die Tarocco und Moroorangen sind jetzt zu empfehlen. Die Tarocco sind meist einen Tic süßer.
Als Salat packen wir diese Woche noch einmal Zuckerhut in Ihr Sortiment. Er ist ebenfalls frisch vom Acker. Bitte stören Sie sich nicht allzu sehr daran, daß die Spitzen von den Zuckerhutköpfen abgeschnitten sind. Es ist sowieso erstaunlich, wie viel Frost dieser Salat bis jetzt auf dem Acker ausgehalten hat. Er war zwar doppelt mit Vlies abgedeckt. Er musste bei dem kalten Wetter aber trotzdem einiges aushalten. Da das Vlies direkt auf dem Salat aufliegt, sind die Spitzen öfter angefroren und wir müssen sie abschneiden. Da wir den Zuckerhut aber nach Gewicht verkaufen, ist es fast egal, ob Sie einen großen oder zwei kleinere Köpfe bekommen. Er ist auf jeden Fall knackig und gesund und vom eigenen Acker.
Feldsalat können wir auch schon wieder ernten. Allerdings sind die Sätze im Folientunnel immer noch zu klein - da muss die Sonne 2-3 Wochen scheinen, damit es unter der Folie etwas wärmer wird und er wachsen kann. Wenn es tagsüber aber halbwegs frostfrei ist, können wir wieder von unserem Freilandackersalat schneiden, sodaß wir meistens den bestellten Feldsalat liefern können. Er ist allerdings immer noch ziemlich knapp und deshalb relativ teuer. Ich denke, daß der Preis bis in 2-3 Wochen deutlich sinken wird, wenn die Bestände in den Gewächshäusern groß genug sind und auch unbedingt geräumt werden müssen, damit die Frühjahreskulturen - Salat, Radieschen, Kohlrabi usw. gepflanzt werden können.
Ich will noch ein wenig über meiner Anbauplanung grübeln und darf mit jetzt verabschieden.
Bis nächste Woche
Ihr Ottmar Dänzer
3.1.2010
Liebe Abokunden,
nachdem ich mich schon letzte Woche vor dem "Gärtnereibrief" gedrückt habe, will ich mich diesen Sonntag doch kurz melden.
Zuerst ein paar Hinweise zum Sortiment:
Ich verwende immer noch relativ viele eigene Salate. Auf der einen Seite natürlich, weil ich die eigenen Salate gerne verkaufe - zum anderen aber auch, weil ich der Meinung bin, dass die eigenen Salate in der Regel frischer sind und sich so bei Ihnen auch ein paar Tage gut aufbewahren lassen (natürlich möglichst kühl - ein Keller mit 12-15°C ist für die empfindlichen Salate eigentlich zu warm). Das bedeutet, dass Sie relativ häufig Feldsalat oder auch Zuckerhut und ab und zu Kresse erhalten. Wenn Sie aber endlich mal wieder einen Kopfsalat oder Batavia bekommen möchten, dann spricht nichts dagegen, daß Sie bei uns Bescheid sagen und den gewünschten Salat zusätzlich oder an Stelle des von mir geplanten Salates in Ihre Kiste bekommen. Bitte Email schicken oder anrufen - kein Problem.
Den Zuckerhut hab ich über die Feiertage auch deshalb gerne ausgewählt, weil ich nicht immer so genau weiß, was der Großhändler schickt. Früher ist es da schon auch mal vorgekommen, daß wir Salate bekommen haben, die schon ziemlich alt war. Inzwischen hat sich das deutlich gebessert. Anscheinend rollen trotz Feiertage Lieferungen aus Südeuropa bei unseren Großhändlern an. Trotzdem - beim eigenen Feldsalat oder Zuckerhut weiß ich wengigstens genau, wie alt er ist. Wir müssen bei Frostwetter vielleicht auch einmal 1-2 Tage vorher ernten. Salate aus Südeuropa sind aber fast immer deutlich älter.
(ein weiterer Vorteil vom Zuckerhut ist übrigens, dass er sich fast so gut wie Chinakohl im Kühlschrank aufbewahren lässt; bitte mit Folie oder Tubberschüssel vor dem Vertrocknen schützen; selbst nach mehreren Tagen muss man oft nur eine dünne Schicht Blätter runterputzen)
Zur Zubereitung vom Zuckerhut hab ich am 13.12. kurz was geschrieben. Ich will nicht unbedingt alles wiederholen. Nur ein paar Stichworte:
Zubereitung ähnlich wie Endivie. Man kann die Blätter nach dem Schneiden durch warmes Wasser ziehen, damit die Bitterstoffe raus gehen. Ich persönlich finde es schonender, wenn der Salat möglichst fein geschnitten wird und noch ein paar Minuten in der Salatsauce ziehen kann. Da inzwischen die härteren äußeren Blätter fast alle heruntergeputzt werden, ist der Salat sowieso kaum noch bitter.
Wenn Ihre Kinder den Zuckerhut nicht so gerne mögen, dann schneiden Sie ihn doch möglichst fein und mischen ihn mit Obst (Clementinen, Äpfel, Bananen, geröstete Nüsse). Das klappt manchmal ganz gut.
Im übrigen finden Sie unter dem Menupunkt Rezeptbuch unter "Z" noch ein paar zusätzliche Rezepte zum Ausprobieren.
Was tut sich bei uns in der Gärtnerei?
Trotz des häufig etwas ungünstigen Wetters haben wir kurz vor Weihnachten noch die letzten beiden Folienhäuser an unserem alten Standort in Cottenweiler abgebaut. Da man die Gewächshäuser ziemlich intensiv nutzt, ist es schon sinnvoll, wenn wir alle in Germannsweiler haben. Gewächshäuser machen doch viel mehr Arbeit. Man braucht nur dran zu denken, daß man sie im Herbst und Frühling jeden Tag auf und zu machen muss. Bei 14 verschiedenen Häußern ist da schon jemand ne Weile beschäftigt. Aber auch das Gießen und Pflegearbeiten dauern länger als bei Kulturen im Freiland.
Da bin ich schon froh, daß wir endlich unseren letzten größeren Tunnel hier in Germannsweiler aufgestellt haben. Es ging eigentlich recht flott - die 600 m² waren in einem guten Tag aufgestellt. Nur die "Kleinigkeiten" wie Folie eingraben, die Giebel und die Lüftungen richten, die Bewässerung einbauen - das wird uns noch einige Tage beschäftigt halten.
Jetzt müssen wir als letztes nur noch unser Jungpflanzenhaus aufbauen. Da ist aber einiges zum Umbauen und Verändern - das klappt frühestens zum Sommer hin. So lange müssen wir unsere Jungpflanzen halt noch in unserem provisorisch umfunktionierten Folientunnel anziehen. Das hat aber letzten Winter ganz gut geklappt - das wird schon noch einmal gehen.
Ich bin allerdings froh, wenn ich den Tunnel ab nächsten Winter wieder zum Kultivieren nutzen kann. Wenn man wegen Krankheiten und Schädlingen darauf achten will, daß die Gurken und die Tomaten nicht zu oft im gleichen Boden angebaut werden, dann braucht man genügend Gewächshausfläche um eine entsprechende Fruchtfolge einhalten zu können.
Die zu enge Fruchtfolge ist übrigens einer der Hauptgründe, warum so viele Gewächshauspflanzen veredelt werden. Der häufige Anbau z.B. von Schlangengurken immer im gleichen Boden führt früher oder später zur Anhäufung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Eine Möglichkeit ist dann, daß man den Boden bis in 20 - 30 cm mit heißem Wasserdampf sterilisiert. Dieses Dämpfen ist aber ganz schön energieaufwändig und teuer und hilft nur für ein paar Jahre. Danach muss man den Boden wieder dämpfen. Allerdings hat es den tollen Effekt, daß aller Unkrautsamen auch abgetötet wird. Das spart eine Menge Unkrautjäten!
Wenn man dies nicht machen will oder kann, kann man veredelte Pflanzen verwenden. Dazu werden die relativ empfindlichen Kulturpflanzen wie Gurken, Tomaten aber neuerdings auch Paprika und Auberginen auf robustere Unterlagen gepfropft. Das sind in der Regel Vorgänger unserer Kulturpflanzen. Viele dieser Wildpflanzen sind gegen Wurzelkrankheiten viel resistenter als unsere Kulturpflanzen. Wenn man nun durch das Pfropfen dafür sorgt, daß die empfindliche Gurkenpflanze auf einer viel robusteren Kürbiswurzel weiter wächst, dann machen ihr viele der Krankheiten, die vom Boden her übertragen werden nichts mehr aus. Gleichzeitig hat es noch den Effekt, daß die Kürbiswurzel ein viel stärkeres Wachstum unterstützt und so zusätzlich zu Mehrerträgen führt.
Bei Tomaten hat dieses stärkere Wachstum von veredelten Pflanzen aber auch schon dazu geführt, daß die gleiche Tomatensorte nicht mehr so gut geschmeckt hat, wie die unveredelte. Außerdem ist das Veredeln von Pflanzen ganz schön aufwändig und teuer.
Solange es geht, versuche ich deshalb lieber, auch in meinen Folienhäusern genügend lange Anbaupausen einzuhalten. Das geht aber nur, wenn ich genügend Folientunnel habe oder nicht zu viele Gurken und Tomaten anbaue.
Vorläufig klappt es bei uns noch ganz gut - nicht zuletzt auch deshalb, weil auf dem neuen Acker in Germannsweiler vorher noch nie Tomaten oder Gurken angebaut wurden. Aber schon nach wenigen Jahren muss ich mir bereits was einfallen lassen, weil die meisten üblichen Gewächshauskulturen miteinander verwandt sind. Es hilft z.B. wenig, wenn ich die Tomaten mit Auberginen oder Paprika abwechseln will, da alle diese Pflanzen Nachtschattengewächse sind. Genauso wenig hilft es, wenn ich als Abwechslung zu den Schlangengurken mal eine Zucker- oder Wassermelone anbauen will. Die sind ja ebenfalls verwandt. Und nicht jeder kann es sich leisten, in den teuren Folientunneln Gründüngungspflanzen anzubauen. Gemessen an der Fläche im Freiland kosten die Gewächshausflächen ein Vielfaches. Neben den hohen Kosten der Folientunnel muss man auch alle paar Jahre wieder die neue Folie bezahlen. Auch die Kosten für Bewässerung und die Lohnkosten sind viel höher als im Freiland. Es ist also schon verständlich, wenn viele Gärtnerkollegen den Ausweg über veredelte Pflanzen wählen.
Mir persönlich ist wie gesagt eine abwechslungsreiche Fruchtfolge lieber. Aber es müssen Pflanzen sein, die im Gewächshaus auch so viel Ertrag bringen, daß sich der Mehraufwand dort wieder bezahlt macht. Gar nicht so einfach!
Ich bin jetzt schon wieder einige Tage mit der Anbauplanung fürs nächste Jahr beschäftigt. Und ich bin noch längst nicht fertig. Es ist ganz schön knifflig, wenn man den Anbau von 30 oder 40 verschiedenen Kulturen mit jeweils mehreren Folgesätzen mit dem möglichen Absatz von Hofladen, Gemüseabo und Großhandel in Einklang bringen möchte. Dazu sollen die verschiedenen Anbaupausen der unterschiedlichen Pflanzenfamilien möglichst eingehalten werden.
Ich finde das ganz schön schwierig.
Ich hätte da liebend gerne eine Kristallkugel - möglichst in Luxusausführung - wenn ich entscheiden muss, wie viele Zwiebelbunde oder Kisten mit Zucchini der Großhändler X in der 3. Juliwoche bei mir bestellen wird.
Eigentlich kann man sich da ja nur irren! Mit mehr oder weniger verbindlichen Anbauabsprachen hab ich es auch schon versucht. Das klappt aber oft auch nicht, da der Großhändler verständlicherweise trotz Zusage im Januar im August ungern Zucchini bei mir bestellt, wenn er sie nicht verkauft bekommt.
Keine Angst - vielleicht macht gerade diese Unsicherheit den Gärtnerberuf so interessant für mich - zumindest manchmal. Ich würde es wahrscheinlich nur wenige Tage am Fließband in irgend einer Fabrik aushalten.
So jetzt will ich aber endlich Schluß machen. Ich weiß auch gar nie, ob mein "Geschwafel" jemand interessiert. Ich hab erst heute irgendwo von der Idee eines "Gästebuchs" im Internet gelesen. Ich muss mich da mal erkundigen, wie das geht.
Dort könnten dann Besucher Kommentare hinterlassen. Z.B. eben auch, ob meine Beiträge irgend jemanden interessieren. Dort könnten aber auch Fragen gestellt werden, zu denen ich möglicherweise etwas sagen kann. Mal sehen.
Solange sowas nicht existiert, können Sie mir aber ja immer eine Email schicken. Sie finden sicher eine Möglichkeit, mich höflich wissen zu lassen, daß ich über was anderes schreiben soll.
So das wärs
Tschüss Ihr Ottmar Dänzer
20.12.09
Liebe Abokunden,
ich hoffe, daß wenigstens ein paar Kunden diese Seite auch besuchen - sonst würde ich mir für den Sonntagabend lieber eine andere Beschäftigung suchen. Na ja - es heißt wohl auch hier "gut Ding will Weile haben"
Auch wenn ich nicht so recht an den Erfolg glaube:
am Sonntag um 16:33 kam bei uns eine Abobestellung als Fax herein.
es war leider kein Name angegeben. in der Faxkennung (obere Zeile) konnte man auch weder die Faxnummer des Absenders noch dessen Name sehen. Nur das Datum und eine falsche Urzeit - nämlich 21:34
wer hat diese Bestellung geschickt - bitte melden!!!
Ohne Namen sehe ich keine Möglichkeit, diese Bestellung (relativ groß) auszuliefern. Die Wahrscheinlichkeit, daß meine beiden Damen im Büro die Handschrift irgend einem Kunden zuordnen können schätze ich als ziemlich klein ein.
Pech!
In diesem Zusammenhang eine Bitte:
Wenn keine wichtigen Gründe dagegen sprechen, stellen Sie Ihr Faxgerät doch so ein, daß entweder Ihre Faxnummer oder Ihr Name oder beides angegeben werden. Es kommt leider ziemlich häufig vor, daß kein Name auf dem Faxangebot steht. Wenn wir dann in der Faxkennung Name oder Faxnummer entziffern können, können wir in der Regel auch die Bestellung zuordnen. Sonst suchen wir teilweise ewig in Faxen der Vorwoche, um die gleiche Schrift zu finden. Manchmal haben wir damit tatsächlich Erfolg - öfter auch nicht - und was für ein Aufwand!
Soviel zu den kleinen Freuden des Büroalltags!
Noch ein Lacher auf meine Kosten - ein Kunde hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß ich zwar die Schwarzwurzeln letzte Woche über den grünen Klee gelobt habe - aber leider hab ich nie daran gedacht, sie in unser Faxangebot aufzunehmen. Mist! - hab ich natürlich schnellstens nachgeholt.
Wie haben Sie den Kälteeinbruch überlebt?
Uns hat er schon ein wenig zu schaffen gemacht:
Wenn wir Feldsalat ernten wollen, dann nur mit vielen Hindernissen. Im Freiland ist im Moment eh nichts zu machen - wenn mich auch am Freitag ein Kunde im Laden gefragt hat, warum wir keinen Freiland-Feldsalat hätten - ich denke, die Gründe dafür kann sich jeder selber denken.
Im Gewächshaus ist es aber auch ganz schön schwierig. Wir heizen möglichst nur im Jungpflanzenhaus auf kleiner Fläche und möglichst erst ab Januar. In den anderen Häusern gibt es höchstens mal eine Notheizung für frühe Tomaten oder Gurken. Also friert es ab ca. 4-5 Grad minus auch in den Folientunneln. Da kann man dann mit 2, 3, oder mehr Lagen Vlies und Folie als Abdeckung noch ein wenig tricksen aber zu lange kann die Abdeckung nicht auf dem Salat bleiben. Er wird bei einer so starken Abdeckung sehr schnell gelb. Und dann hilft nur noch ein paar Stunden Sonnenschein, der zum Glück in den Folientunneln auch im Winter schnell für Temperaturen im Plus Bereich sorgt. Trotdem dauert es bis der gefrorene Feldsalat aufgetaut ist, so daß wir nur 2-3 Stunden am frühen Nachmittag schneiden können. Ich habe nichts dagegen, wenn es wieder ein wenig wärmer wird!
(übrigens - der Salat muss nicht wegen der kalten Finger unserer Mitarbeiterinnen aufgetaut sein. Wenn wir gefrorenen Salat anrühren, werden die Zellen beschädigt und er ist dann aufgetaut nur noch Kompost. Also muss auch ein frostharter Feldsalat erst einmal in aller Ruhe auftauen. Das gilt übrigens auch, wenn bei Ihnen doch einmal Gemüse oder Salat gefroren ist. Bitte möglichst wenig anrühren und bei mäßigen Temperaturen langsam auftauen - am besten unter 10 oder 15 Grad - auf keinen Fall neben der Heizung. Bei gefrorenen Bananen hilft das alles nichts - die sind schwarz. Aber einige Salate oder Gemüse kann man so doch noch retten.
Am letzten Samstag hatten wir auch viel Spaß!
Nachts um 3:30 springt unser Bus mit dem wir auf den Wochenmarkt fahren wollten nicht an. Mit Starterkabeln und Verspätung klappte es dann doch noch. Auf dem Markt durften wir versuchen, unseren 15 m langen Stand so dicht zu machen und einzuheizen, daß nichts kaputt geht - nicht so einfach bei 12-15 Grad unter Null! Es ist uns auch nicht überall gelungen. Auch bei 5 Gasheizungen gibt es in der Nähe der äußeren Planen immer Stellen, die von der Warmluft nicht so gut erreicht werden. Und selbst wenn der Kunde an so einem Tag warme Bananen von uns bekommt und wir sie ihm noch doppelt einpacken - 10 Minuten in der kalten Tasche oder im kalten Auto sorgen dafür, daß sie zu Hause ganz schnell schwarz werden.
Da lobe ich mir doch die Abobelieferung!
Ich hoffe, der letzte Satz war nicht wieder ein Eigentor - ich hoffe doch, daß meine Standheizungen in den Lieferautos, die ich diesen Herbst für viel Geld erneuern musste, ordentlich funktionieren; und daß unsere Ware in vernünftigem Zustand bei Ihnen ankommt. Andernfalls melden Sie sich doch bitte, damit wir etwas ändern können. Manchmal liegt es an einem gedankenlosen Fahrer - manchmal stimmt der Abstellplatz nicht. Aber meistens kann man mit ein wenig Mühe etwas ändern. Also bitte gegebenenfalls im Büro melden!
Es gab ein paarmal die Frage, warum ich auf dieser Homepage bei Feiertagen und verschobenen Touren nicht angebe, auf welchen Tag wir Ihre Auslieferung geändert haben.
Das ist leider nicht so einfach, wie es klingt. Ich könnte Ihnen sagen, daß die Tour 59 vom Freitag ausnahmsweise auf den Dienstagvormittag verschoben wird. Aber wissen Sie wirklich, auf welcher Tour Sie beliefert werden? Die Zeitangabe der Belieferung passt auch nicht so recht, weil die Touren am Freitagnachmittag auf verschiedene Ersatztermine verschoben werden. Und wenn ich die ganzen Ortschaften aufzählen müsste - dann würden mehrere Seiten nicht reichen.
Wir legen deshalb normalerweise vor einem solchen Termin 2x Zettel in Ihre Abokiste und hoffen damit, die meisten Kunden - auch mit unregelmäßiger Belieferung - zu erreichen.
Ich hab mir vorhin noch einmal eine Aborechnung angeschaut. Tatsächlich ist rechts oben Ihre Tournummer abgedruckt. Ich glaube, wenn wir öfter auf Ihre Tournummer hinweisen, wäre es doch möglich, an dieser Stelle auf übersichtliche Weise unsere geänderten Lieferzeiten anzugeben. Ich werde mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen - vielleicht klappt es ja so, daß wir beim nächsten mal auf den Zetteln in Ihrer Kiste deutlich auf Ihre Tournummer hinweisen und so mit der Zeit erreichen, daß eine andere Form der Benachrichtigung auch klappen wird. Mal sehen!
Abschließend möchte ich Ihnen allen noch ein fröhliches und erholsames Weihnachtsfest wünschen.
Ihr Ottmar Dänzer
13.12.09
Liebe Abokunden,
bevor ich zu meinem eigentlichen "Gärtnereibrief" komme, zuerst ein paar organisatorische Hinweise. Wenn ich sie an den Schluss setze, werden sie vielleicht nicht mehr gelesen.
neue Artikel!
ich will nachher gleich noch einen neuen Menupunkt einfügen - neue Artikel
als ersten neuen Artikel möchte ich dort die Vorzugsmilch vorstellen. Wir haben sie die letzte Woche in unserem Laden von Kunden probieren lassen. Praktisch alle haben den guten Geschmack gelobt. Wir möchten Sie deshalb auch Ihnen als Abokunde anbieten.
unter dem neuen Menupunkt möchte ich neue Artikel vorstellen, von denen Sie sonst vielleicht gar nichts erfahren.
Möglicherweise werden wir auch wieder Artikel mit knappem MHD zu Sonderpreisen anbieten. Das hat vor Jahren eine Zeit lang ganz gut mit unserem Gärtnereibrief funktioniert - vielleicht klappt es mit der Internetseite ja sogar noch besser.
Frostwetter! bitte achten Sie darauf, daß der Inhalt ihrer Abokiste nicht vor dem Haus erfriert!
Wir werden unsere Fahrer noch einmal eindringlich darauf hinweisen, bei allen Abokunden zu klingeln, damit Sie die Chance haben, Ihre Lieferung gleich zu versorgen. Sollten Sie nicht zu Hause sein, so gibt es eine Reihe von Möglichkeiten:
eine bereitgelegte Decke kann je nach Temperatur und geschütztem Hauseingang einige Stunden vor Frost schützen.
unsere Fahrer können die Kiste auch in der unversperrten Garage (auf Wunsch bekommt der Fahrer auch einen Schlüssel) oder im Keller deponieren.
oder wir klingeln bei der Nachbarin und geben die Kiste dort ab. Sie können einen entsprechenden Hinweis auch an der bereitgestellten leeren Kiste anbringen, wenn Sie die Dienste Ihrer Nachbarin nicht immer in Anspruch nehmen wollen oder wenn sie nicht immer zu Hause ist.
Bitte sorgen Sie aber in jedem Fall dafür, daß der regelmäßige Abstellplatz bei uns im Büro gemeldet wird. Wir müssen diesen Abstellplatz auf jeden Fall im Büro in unserer Software vermerken, damit der Fahrer einen entsprechenden Hinweis auf seiner Fahrerliste vorfindet. Ein neuer Fahrer, der bei Krankheit oder Urlaub einspringen muss, hat sonst keine Ahnung, daß er die Kiste nicht vor Ihrem Hauseingang abstellen darf. Eigentlich sollten unsere Stammfahrer dafür sorgen, daß entsprechende Hinweise auch ins Büro weiter geleitet werden. Leider muss ich aber eingestehen, daß dies doch immer wieder mal vergessen wird und dann gibt es Ärger, wenn ein Ersatzfahrer einspringen muss. Bitte helfen Sie in dieser Beziehung mit und geben entsprechende Hinweise auch ans Büro weiter. Vielen Dank!
jetzt zum Gärtnereibrief
alle reden vom Wetter - warum nicht auch ich......
nach einem langen milden Herbst wird es jetzt anscheinend doch kälter. Das hat ein paar Auswirkungen auf unsere Arbeit in der Gärtnerei - und teilweise auch auf unsere Abokisten (siehe oben).
Nachdem wir sehr lange noch Blattsalate aus dem Freiland schneiden konnten, ist das jetzt fast vorbei. Am Samstag haben wir die letzten Kopfsalate, die noch einigermaßen groß geworden sind, vollends abgeschnitten. Selbst mit Vlies abgedeckt halten Sie nur Temperaturen von - 4-5 °C aus. Fällt das Thermometer darunter, dann werden die Blätter glasig und nach kurzer Zeit ist nichts mehr zu retten. Wir haben aber Glück gehabt - bei dem milden Wetter bis Mitte Dezember konnten wir fast allen Salat abernten. Leider ist er zum Teil etwas klein geblieben, da er nach dem Anwachsen Ende August wochenlang keinen Regen abbekommen hat. Das hat dann leider dazu geführt, daß er viel langsamer gewachsen ist, als vorgesehen. Wir haben dann in den letzten Wochen unseren Salat etwas kleiner geschnitten und billiger verkauft. Die meisten Kunden haben unseren frisch geschnittenen kleinen Salat aber dem zugekauften französischen vorgezogen.
Ab sofort müssen wir aber jetzt auch auf französischen ausweichen. Der Eissalat stammt aus Spanien.
Wer trotzdem noch eigenen Salat wünscht - da haben wir noch einiges anzubieten:
Endivie
Zuckerhut
Kresse
Feldsalat - bei Frost im Folientunnel - wenn das Wetter es zulässt, im Freiland geschnitten
Endivien - er hält ein wenig mehr Frost aus - abgedeckt so ca. 6-7 ° C. Da es für diese Woche aber einige kältere Nächte gemeldet hat, werden wir auch hier im Laufe der Woche auf französischen Endivien umsteigen müssen.
Zuckerhut - er kann deutlich mehr Frost vertragen. Man sagt ihm eine Frosthärte von ca. -7°C nach - ich hoffe, daß er mit doppeltem Vlies abgedeckt noch ein paar Minusgrade mehr aushält, so daß wir ihn noch ein paar Wochen ernten können. Wenn man ihn im Kühlraum einlagert, kann man ihn zwar noch einige Zeit aufheben - aber so knackig wie frisch vom Acker ist er sicher nicht mehr. Wer also neben Feldsalat noch eigenen, frischen Salat haben möchte, dem sei der Zuckerhut empfohlen. Sie finden einige schmackhafte Rezepte in unserem Rezeptbuch. Ich hoffe, daß Sie auf den (Zuckerhut)geschmack kommen, bevor wir dann den teuren Zuckerhut aus Italien einkaufen müssen, weil unser eigener auf dem Großmarkt verkauft wurde oder erfroren ist.
Entschuldigen Sie bitte den vorwurfsvollen Ton - es ist mir damit nur ein klein wenig ernst.
Es ist leider nur allzu oft so, daß die eigenen Produkte erst richtig geschätzt werden, wenn sie knapp sind oder wenn die Ernte vorbei ist. Eine Tatsache, die wir seit Jahren beim Endivien beobachten müssen. Endivie ist wie oben erwähnt, nur 1-2 Grad frostverträglicher als normaler Blattsalat. Die Hauptsaison fängt also beim Endivie vielleicht Ende August an und ist eigentlich mit Einsetzen der ersten Fröste Anfang bis Mitte Oktober beendet. Endiviensätze, die danach erst erntereif sind, sind ein großes Risiko, bei denen der Gärtner nur selten gewinnen kann und von dem jede Beratung abrät. Eine einzige kalte Nacht kann trotz Vliesabdeckung die ganze Ernte vernichten. Trotzdem ist es so, daß wir kaum einmal einen Endivie im September verkaufen, nur wenige im Oktober und unsere Kunden - im Abo wie auf dem Großmarkt - erst im November nach Endivie fragen, wenn er eigentlich 2 von 3 Jahren erfroren sein müsste.
Da kann einem schon ein wenig der Spaß vergehen. Ich habe deshalb auch die ersten Sätze Endivie komplett aus meinem Anbauprogramm rausgeschmissen und mache nur noch die Risikosätze am Schluss. Eigentlich kann man da auf Dauer nur verlieren - außer man verlässt sich auf die globale Klimaerwärmung - das scheint ja eine ziemlich sichere Sache zu sein!
Worum gings gerade noch einmal? Ach ja - den Zuckerhut! Also - der eigene Endivie ist abgeerntet, aber wer einen ähnlichen Salat noch eine Weile genießen möchte, der soll einmal unseren Zuckerhut versuchen. Er hat ein etwas festeres Blatt als der Endivie und ist wie alle Zichoriensalate (Radicchio, Chicoree, Endivie) leicht bitter. Die Bitterstoffe sind vermehrt in den äußeren grünen Blättern anzutreffen. Da wir aber inzwischen die äußeren Blättter wegputzen müssen und die Bitterstoffe durch Frosteinwirkung noch etwas zurückgehen, müsste der Zuckerhut den meisten schmecken. Wenn man den Zuckerhut noch etwas kinderfreundlicher zubereiten will, dann sollte man ihn recht fein schneiden, ihn eventuell mit Obst (Bananen, Clementinen, Birnen, Äpfel) mischen, ihn ein wenig früher zubereiten und in der Salatsauce ziehen lassen. Das alles mildert die Bitterstoffe ein wenig. Und als letztes Mittel kann man ihn natürlich geschnitten durch warmes Wasser ziehen. Als letztes Mittel deshalb, weil dadurch nicht nur die gesunden Bitterstoffe, sondern auch einige Vitamine verloren gehen. Aber was solls - ein Zuckerhutsalat mit halb so vielen Vitaminen ist immer noch viel gesünder als gar keiner!
Zum Schluß noch ein kurzer Hinweis zu den Schwarzwurzeln im Sortiment.
Sie sind meiner Meinung nach viel unbeliebter als es ihnen zukommt. Sie werden nicht ganz zu Unrecht als "der Spargel des armen Mannes" bezeichnet..
äähhhh........ soll ich das jetzt so stehen lassen?
die Schwarzwurzel ist zwar ein wenig günstiger als der Spargel - aber ganz billig auch wieder nicht (das sollte auch nicht sein, da der Anbau und die Ernte ganz schön aufwändig ist)
und das obige Zitat hat auch den Beigeschmack "schlechter Ersatz". Da bin ich ganz anderer Meinung! Wenn ich ein gut zubereitetes Schwarzwurzelgericht mit einem möglicherweise holzigen Spargel vergleiche, da siegt die Schwarzwurzel haushoch!!
Also geben Sie der Schwarzwurzel bitte eine Chance!
Und dann kommt natürlich auch häufig der Einwand - Schwarzwurzeln machen doch so viel Arbeit!
Stimmt und stimmt auch wieder nicht!
Wie viel Arbeit macht denn Spargelschälen?
Und wegen dem klebrigen Milchsaft, der die Haut braun färbt kann man sich mit Haushaltshandschuhen behelfen oder man kocht die Scharzwurzeln vorher oder überbrüht sie.
Bitte lesen Sie in unserem Rezeptbuch nach wenn Sie die Schwarzwurzel nicht eh schon lieben.
Bis nächste Woche
Ihr Ottmar Dänzer
6.12.2009
Liebe Abokunden,
nachdem ich so lange Zeit keine "Gärtnereiinfo" verfasst und auf die Rückseite Ihrer Rechnungen gedruckt habe, wollte ich unsere neue Internetseite eigentlich zum Anlass nehmen, diese Infos wieder regelmäßig zu schreiben.
Die Internetseite hat für diesen Zweck viele Vorteile:
Ich kann jetzt nicht alles nachholen, was ich seit dem letzten Gärtnereibrief versäumt habe - ist ja klar. Vielleicht kann ich so nach und nach ein wenig erzählen.
Aktuell möchte ich vielleicht auf ein paar Sonderangebote hinweisen.
Zum einen möchte ich Ihnen unser "Weihnachtsgeschenk" auf der 1. Seite vorstellen. Wir geben Ihnen 10 % Rabatt (bis 20,- Euro), wenn Sie unser Gemüseabo verschenken. Nachdem wir so lange Zeit keine aktive Abowerbung mehr gemacht haben, werden wir versuchen, uns etwas einfallen zu lassen, wie wir wieder mehr Abokunden gewinnen können.
Wir haben natürlich immer noch eine ganze Menge Abokunden. Wir konnten aber durch unseren Umzug nach Germannsweiler vor ein paar Jahren unsere Anbaufläche von 30.000 m² auf über 180 .000 m² aufstocken. Wenn auch nicht die ganze Fläche gleich gut zum Anbau von Gemüse geeignet ist, so kann man auf der Fläche doch eine ganze Menge anbauen! Nach sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Bio-Großhandel als Abnehmer bin ich zu dem Schluß gekommen, daß diese Zusammenarbeit ganz schön nervig ist. Teilweise viel Streß, weil sehr kurzfristig auf große Bestellungen reagiert werden muss. Da suchen wir uns vormittags manchmal aus lauter "Langeweile" eine andere Arbeit. Und dann kommt am frühen Nachmittag eine große Bestellung herein, die noch am selben Tag gerichtet werden muß. Streß!
Dazu kommt noch, daß wir bei den Preisen, die der Großhandel bereit ist zu bezahlen, oft kaum unsere Löhne bezahlen können.
Wers nur für das "übliche Gejammer" hält, sollte mal versuchen, 10 kg Möhren anzubauen, sie zu ernten, alle wurmigen, krummen und beinigen wegzuwerfen, sie zu waschen, putzen, etikettieren und dann bekommen Sie als Gärtner vielleicht 3 Monate später 5-6 Euro für diese 10 kg überwiesen. Ein tolles Geschäft - das kann ich Ihnen versichern. Natürlich habe ich dabei ein wenig übertrieben - aber wirklich nicht allzu viel. Es gibt zum Glück auch Kulturen, da bleibt ein wenig mehr Geld beim Gärtner hängen.
Aber Sie verstehen vielleicht, warum es für mich wesentlich befriedigender ist, wenn wir unser Gemüse zu einem einigermaßen - für beide Seiten vertretbaren Preis -direkt an Sie als Endverbraucher verkaufen können. Dadurch können wir uns wenigstens 2 Zwischenhändler (Großhandel und Naturkostladen) sparen, die auch Geld verdienen wollen und müssen.
Und ich bin davon überzeugt, daß unsere Kunden ebenfalls daraus Nutzen ziehen, wenn wir Ihnen qualitativ hochwertiges Gemüse topfrisch direkt vom Acker in Ihre Küche liefern können.
Also - sollten Sie mal einem Freund einen Gefallen schuldig sein - vielleicht wollen Sie unser Abo verschenken oder uns weiter empfehlen?!
Wie war das nochmal mit meinem weitschweifigen Erzählstil???
Bevor ich aber endgültig für heute Schluß mache, noch der Hinweis auf unser Fischangebot für Weihnachten:
Ich werde spätestens morgen abend auf unsere 1. Seite unser Angebot für frische Forellen für Weihnachten einfügen. Heute fehlen mir noch ein paar Infos von unserem Großhändler. Wir werden diese frischen Forellen nur auf Vorbestellung besorgen können - das ist bei einer so heiklen Ware, die möglichst frisch verwendet werden sollte einfach notwendig.
Dies ist ein ganz neues Angebot! Bisher konnten wir nur wenige Sorten Fisch entweder geräuchert oder in der Dose oder eventuell tiefgefroren anbieten. Wenn alles klappt, können wir frischen Fische aus ökologischem Anbau ein paar mal im Jahr anbieten. Mal abwarten.
So - jetzt ist fürs erste mal genug geschwätzt . Wenn alles klappt, wird das wohl wieder eine regelmäßige Beschäftigung für meinen Sonntagnachmittag. Wer am Sonntag meine Rechtschreibung korrigieren wird, ist allerdings noch nicht raus (Heidrun hat sich schon mal kategorisch geweigert, Sonntag ins Geschäft zu kommen) .
Also - tschüss
Ihr Ottmar Dänzer
30.9.2011
Liebe Besucher,
wie unschwer an unterem Datum zu erkennen ist, klappt das mit den aktuellen Beiträgen überhaupt nicht - zumindest bis jetzt nicht. Da wir uns aber fest vorgenommen haben, zumindest unsere Sonderangebote auf dem Wochenmarkt und im Hofladen auch auf unserer Homepage zu veröffentlichen, werde ich vielleicht auch an dieser Stelle ab und zu über neues berichten können. Mal sehen obs klappt.
Ihr Ottmar Dänzer
24.1.2010
Liebe Abokunden,
irgendwie muss ich doch mal so einen Kurs in Zeitmanagement mitmachen - ich krieg irgendwie nie das erledigt, was ich eigentlich geplant habe. Jetzt hat sich schon wieder eine deutliche Lücke zu meinem letzten "Gärtnereibrief" aufgetan. Dabei sollte das wieder eine wöchentliche "Einrichtung" werden. Und auch heute muss ich mich dazu zwingen, da ich schon seit einigen Tagen über meiner Anbauplanung sitze und sie gerne weitermachen würde. Für die ersten Aussaaten ist es höchste Zeit und ich hab die meisten Samen noch nicht einmal bestellt. Na ja - vielleicht komme ich nachher noch etwas weiter.
Was gibts neues beim Gemüse und Obst?
Ich habe für kommende Woche Topinambur für das Gemüsesortiment geplant. Nachdem wir die Mengen, die wir im Herbst noch ernten konnten, bevor es richtig kalt wurde, schon alle auf dem Großmarkt verkauft haben, konnten wir die letzten Tage so ca. 1 Tonne frisch ernten. Zum Glück ist der Boden nur wenige cm tief gefroren. Wenn er wie in anderen Wintern 20-30 cm tief gefroren wäre, hätten wir keine Chance zum ernten. Trotzdem ist es ein ziemlich mühsames Geschäft. Mit Maschinen läst sich bei dem feuchten Boden kaum etwas ausrichten. So bleibt also alles Handarbeit. Mit Grabgabel und Fingern müssen meine Mitarbeiter die Topinambur aus dem Boden holen.
Eigentlich könnte man sich jetzt fragen, warum ich die Topinambur nicht im Herbst bei trockenem Boden und mit einem Vollernter vom Acker geholt habe. Leider klappt das bei mir fast nie. Die Topinambur blühen etwa Anfang bis Mitte Oktober. Selbst bei einem früheren Pflanztermin lässt sich daran nach meinen entsprechenden Versuchen zu schließen nichts verbessern. Nachdem die Blüte abgeschlossen ist, fängt die Pflanze erst an, die Nährstoffe in die Knollen einzulagern. Das bedeutet, daß man mit der Ernte oft erst Anfang bis Mitte November beginnen kann. Um diese Zeit ist unser Boden aber meist schon ziemlich nass, so daß mit Erntemaschinen kaum mehr etwas auszurichten ist. Für einen Vollernter muss der Boden "siebfähig" sein. Einen nassen Sandboden kann man vielleicht noch sieben. Lehmigere Böden, wie wir sie haben, lassen sich im nassen Zustand praktisch nicht mehr sieben. Da ist es dann schon fast egal, ob man im November oder im Januar die Knollen von Hand erntet - vorausgesetzt der Boden ist nicht steinhart gefroren.
Und was sollen Sie mit den Topinambur anfangen?
Bitte schauen Sie unter dem Buchstaben "T" in unserem Rezeptbuch nach. Da finden Sie viele Rezeptvorschläge. Bitte probieren Sie auch einmal ein oder zwei Knollen roh zu reiben und unter einen Salat zu mischen. Schmeckt recht gut und so bleiben auch die Vitamine viel besser erhalten.
Zu den Clementinen:
Hier ist die Hauptsaison definitiv vorbei. Ich glaube man kann zu Recht sagen, dass wir über mehrere Wochen recht gute und süße Clementinen verkaufen konnten. Aber diese Hauptsorte ist jetzt abgeerntet. Jetzt werden einige Nachfolgesorten wie Nadorcot oder Ortanique und Hernandinas angeboten. Wir versuchen hier die süßesten Sorten auszuwählen. Leider ist das gar nicht so einfach, weil selbst die gleiche Sorte von einem anderen Händler oder Erzeuger schon wieder nicht mehr so gut sein kann. Vielleicht sollten Sie daher eher kleinere Mengen an Clementinen einkaufen. Als Alternative sind die Washinton Navelorangen recht süß und gut und auch die Tarocco und Moroorangen sind jetzt zu empfehlen. Die Tarocco sind meist einen Tic süßer.
Als Salat packen wir diese Woche noch einmal Zuckerhut in Ihr Sortiment. Er ist ebenfalls frisch vom Acker. Bitte stören Sie sich nicht allzu sehr daran, daß die Spitzen von den Zuckerhutköpfen abgeschnitten sind. Es ist sowieso erstaunlich, wie viel Frost dieser Salat bis jetzt auf dem Acker ausgehalten hat. Er war zwar doppelt mit Vlies abgedeckt. Er musste bei dem kalten Wetter aber trotzdem einiges aushalten. Da das Vlies direkt auf dem Salat aufliegt, sind die Spitzen öfter angefroren und wir müssen sie abschneiden. Da wir den Zuckerhut aber nach Gewicht verkaufen, ist es fast egal, ob Sie einen großen oder zwei kleinere Köpfe bekommen. Er ist auf jeden Fall knackig und gesund und vom eigenen Acker.
Feldsalat können wir auch schon wieder ernten. Allerdings sind die Sätze im Folientunnel immer noch zu klein - da muss die Sonne 2-3 Wochen scheinen, damit es unter der Folie etwas wärmer wird und er wachsen kann. Wenn es tagsüber aber halbwegs frostfrei ist, können wir wieder von unserem Freilandackersalat schneiden, sodaß wir meistens den bestellten Feldsalat liefern können. Er ist allerdings immer noch ziemlich knapp und deshalb relativ teuer. Ich denke, daß der Preis bis in 2-3 Wochen deutlich sinken wird, wenn die Bestände in den Gewächshäusern groß genug sind und auch unbedingt geräumt werden müssen, damit die Frühjahreskulturen - Salat, Radieschen, Kohlrabi usw. gepflanzt werden können.
Ich will noch ein wenig über meiner Anbauplanung grübeln und darf mit jetzt verabschieden.
Bis nächste Woche
Ihr Ottmar Dänzer
3.1.2010
Liebe Abokunden,
nachdem ich mich schon letzte Woche vor dem "Gärtnereibrief" gedrückt habe, will ich mich diesen Sonntag doch kurz melden.
Zuerst ein paar Hinweise zum Sortiment:
Ich verwende immer noch relativ viele eigene Salate. Auf der einen Seite natürlich, weil ich die eigenen Salate gerne verkaufe - zum anderen aber auch, weil ich der Meinung bin, dass die eigenen Salate in der Regel frischer sind und sich so bei Ihnen auch ein paar Tage gut aufbewahren lassen (natürlich möglichst kühl - ein Keller mit 12-15°C ist für die empfindlichen Salate eigentlich zu warm). Das bedeutet, dass Sie relativ häufig Feldsalat oder auch Zuckerhut und ab und zu Kresse erhalten. Wenn Sie aber endlich mal wieder einen Kopfsalat oder Batavia bekommen möchten, dann spricht nichts dagegen, daß Sie bei uns Bescheid sagen und den gewünschten Salat zusätzlich oder an Stelle des von mir geplanten Salates in Ihre Kiste bekommen. Bitte Email schicken oder anrufen - kein Problem.
Den Zuckerhut hab ich über die Feiertage auch deshalb gerne ausgewählt, weil ich nicht immer so genau weiß, was der Großhändler schickt. Früher ist es da schon auch mal vorgekommen, daß wir Salate bekommen haben, die schon ziemlich alt war. Inzwischen hat sich das deutlich gebessert. Anscheinend rollen trotz Feiertage Lieferungen aus Südeuropa bei unseren Großhändlern an. Trotzdem - beim eigenen Feldsalat oder Zuckerhut weiß ich wengigstens genau, wie alt er ist. Wir müssen bei Frostwetter vielleicht auch einmal 1-2 Tage vorher ernten. Salate aus Südeuropa sind aber fast immer deutlich älter.
(ein weiterer Vorteil vom Zuckerhut ist übrigens, dass er sich fast so gut wie Chinakohl im Kühlschrank aufbewahren lässt; bitte mit Folie oder Tubberschüssel vor dem Vertrocknen schützen; selbst nach mehreren Tagen muss man oft nur eine dünne Schicht Blätter runterputzen)
Zur Zubereitung vom Zuckerhut hab ich am 13.12. kurz was geschrieben. Ich will nicht unbedingt alles wiederholen. Nur ein paar Stichworte:
Zubereitung ähnlich wie Endivie. Man kann die Blätter nach dem Schneiden durch warmes Wasser ziehen, damit die Bitterstoffe raus gehen. Ich persönlich finde es schonender, wenn der Salat möglichst fein geschnitten wird und noch ein paar Minuten in der Salatsauce ziehen kann. Da inzwischen die härteren äußeren Blätter fast alle heruntergeputzt werden, ist der Salat sowieso kaum noch bitter.
Wenn Ihre Kinder den Zuckerhut nicht so gerne mögen, dann schneiden Sie ihn doch möglichst fein und mischen ihn mit Obst (Clementinen, Äpfel, Bananen, geröstete Nüsse). Das klappt manchmal ganz gut.
Im übrigen finden Sie unter dem Menupunkt Rezeptbuch unter "Z" noch ein paar zusätzliche Rezepte zum Ausprobieren.
Was tut sich bei uns in der Gärtnerei?
Trotz des häufig etwas ungünstigen Wetters haben wir kurz vor Weihnachten noch die letzten beiden Folienhäuser an unserem alten Standort in Cottenweiler abgebaut. Da man die Gewächshäuser ziemlich intensiv nutzt, ist es schon sinnvoll, wenn wir alle in Germannsweiler haben. Gewächshäuser machen doch viel mehr Arbeit. Man braucht nur dran zu denken, daß man sie im Herbst und Frühling jeden Tag auf und zu machen muss. Bei 14 verschiedenen Häußern ist da schon jemand ne Weile beschäftigt. Aber auch das Gießen und Pflegearbeiten dauern länger als bei Kulturen im Freiland.
Da bin ich schon froh, daß wir endlich unseren letzten größeren Tunnel hier in Germannsweiler aufgestellt haben. Es ging eigentlich recht flott - die 600 m² waren in einem guten Tag aufgestellt. Nur die "Kleinigkeiten" wie Folie eingraben, die Giebel und die Lüftungen richten, die Bewässerung einbauen - das wird uns noch einige Tage beschäftigt halten.
Jetzt müssen wir als letztes nur noch unser Jungpflanzenhaus aufbauen. Da ist aber einiges zum Umbauen und Verändern - das klappt frühestens zum Sommer hin. So lange müssen wir unsere Jungpflanzen halt noch in unserem provisorisch umfunktionierten Folientunnel anziehen. Das hat aber letzten Winter ganz gut geklappt - das wird schon noch einmal gehen.
Ich bin allerdings froh, wenn ich den Tunnel ab nächsten Winter wieder zum Kultivieren nutzen kann. Wenn man wegen Krankheiten und Schädlingen darauf achten will, daß die Gurken und die Tomaten nicht zu oft im gleichen Boden angebaut werden, dann braucht man genügend Gewächshausfläche um eine entsprechende Fruchtfolge einhalten zu können.
Die zu enge Fruchtfolge ist übrigens einer der Hauptgründe, warum so viele Gewächshauspflanzen veredelt werden. Der häufige Anbau z.B. von Schlangengurken immer im gleichen Boden führt früher oder später zur Anhäufung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Eine Möglichkeit ist dann, daß man den Boden bis in 20 - 30 cm mit heißem Wasserdampf sterilisiert. Dieses Dämpfen ist aber ganz schön energieaufwändig und teuer und hilft nur für ein paar Jahre. Danach muss man den Boden wieder dämpfen. Allerdings hat es den tollen Effekt, daß aller Unkrautsamen auch abgetötet wird. Das spart eine Menge Unkrautjäten!
Wenn man dies nicht machen will oder kann, kann man veredelte Pflanzen verwenden. Dazu werden die relativ empfindlichen Kulturpflanzen wie Gurken, Tomaten aber neuerdings auch Paprika und Auberginen auf robustere Unterlagen gepfropft. Das sind in der Regel Vorgänger unserer Kulturpflanzen. Viele dieser Wildpflanzen sind gegen Wurzelkrankheiten viel resistenter als unsere Kulturpflanzen. Wenn man nun durch das Pfropfen dafür sorgt, daß die empfindliche Gurkenpflanze auf einer viel robusteren Kürbiswurzel weiter wächst, dann machen ihr viele der Krankheiten, die vom Boden her übertragen werden nichts mehr aus. Gleichzeitig hat es noch den Effekt, daß die Kürbiswurzel ein viel stärkeres Wachstum unterstützt und so zusätzlich zu Mehrerträgen führt.
Bei Tomaten hat dieses stärkere Wachstum von veredelten Pflanzen aber auch schon dazu geführt, daß die gleiche Tomatensorte nicht mehr so gut geschmeckt hat, wie die unveredelte. Außerdem ist das Veredeln von Pflanzen ganz schön aufwändig und teuer.
Solange es geht, versuche ich deshalb lieber, auch in meinen Folienhäusern genügend lange Anbaupausen einzuhalten. Das geht aber nur, wenn ich genügend Folientunnel habe oder nicht zu viele Gurken und Tomaten anbaue.
Vorläufig klappt es bei uns noch ganz gut - nicht zuletzt auch deshalb, weil auf dem neuen Acker in Germannsweiler vorher noch nie Tomaten oder Gurken angebaut wurden. Aber schon nach wenigen Jahren muss ich mir bereits was einfallen lassen, weil die meisten üblichen Gewächshauskulturen miteinander verwandt sind. Es hilft z.B. wenig, wenn ich die Tomaten mit Auberginen oder Paprika abwechseln will, da alle diese Pflanzen Nachtschattengewächse sind. Genauso wenig hilft es, wenn ich als Abwechslung zu den Schlangengurken mal eine Zucker- oder Wassermelone anbauen will. Die sind ja ebenfalls verwandt. Und nicht jeder kann es sich leisten, in den teuren Folientunneln Gründüngungspflanzen anzubauen. Gemessen an der Fläche im Freiland kosten die Gewächshausflächen ein Vielfaches. Neben den hohen Kosten der Folientunnel muss man auch alle paar Jahre wieder die neue Folie bezahlen. Auch die Kosten für Bewässerung und die Lohnkosten sind viel höher als im Freiland. Es ist also schon verständlich, wenn viele Gärtnerkollegen den Ausweg über veredelte Pflanzen wählen.
Mir persönlich ist wie gesagt eine abwechslungsreiche Fruchtfolge lieber. Aber es müssen Pflanzen sein, die im Gewächshaus auch so viel Ertrag bringen, daß sich der Mehraufwand dort wieder bezahlt macht. Gar nicht so einfach!
Ich bin jetzt schon wieder einige Tage mit der Anbauplanung fürs nächste Jahr beschäftigt. Und ich bin noch längst nicht fertig. Es ist ganz schön knifflig, wenn man den Anbau von 30 oder 40 verschiedenen Kulturen mit jeweils mehreren Folgesätzen mit dem möglichen Absatz von Hofladen, Gemüseabo und Großhandel in Einklang bringen möchte. Dazu sollen die verschiedenen Anbaupausen der unterschiedlichen Pflanzenfamilien möglichst eingehalten werden.
Ich finde das ganz schön schwierig.
Ich hätte da liebend gerne eine Kristallkugel - möglichst in Luxusausführung - wenn ich entscheiden muss, wie viele Zwiebelbunde oder Kisten mit Zucchini der Großhändler X in der 3. Juliwoche bei mir bestellen wird.
Eigentlich kann man sich da ja nur irren! Mit mehr oder weniger verbindlichen Anbauabsprachen hab ich es auch schon versucht. Das klappt aber oft auch nicht, da der Großhändler verständlicherweise trotz Zusage im Januar im August ungern Zucchini bei mir bestellt, wenn er sie nicht verkauft bekommt.
Keine Angst - vielleicht macht gerade diese Unsicherheit den Gärtnerberuf so interessant für mich - zumindest manchmal. Ich würde es wahrscheinlich nur wenige Tage am Fließband in irgend einer Fabrik aushalten.
So jetzt will ich aber endlich Schluß machen. Ich weiß auch gar nie, ob mein "Geschwafel" jemand interessiert. Ich hab erst heute irgendwo von der Idee eines "Gästebuchs" im Internet gelesen. Ich muss mich da mal erkundigen, wie das geht.
Dort könnten dann Besucher Kommentare hinterlassen. Z.B. eben auch, ob meine Beiträge irgend jemanden interessieren. Dort könnten aber auch Fragen gestellt werden, zu denen ich möglicherweise etwas sagen kann. Mal sehen.
Solange sowas nicht existiert, können Sie mir aber ja immer eine Email schicken. Sie finden sicher eine Möglichkeit, mich höflich wissen zu lassen, daß ich über was anderes schreiben soll.
So das wärs
Tschüss Ihr Ottmar Dänzer
20.12.09
Liebe Abokunden,
ich hoffe, daß wenigstens ein paar Kunden diese Seite auch besuchen - sonst würde ich mir für den Sonntagabend lieber eine andere Beschäftigung suchen. Na ja - es heißt wohl auch hier "gut Ding will Weile haben"
Auch wenn ich nicht so recht an den Erfolg glaube:
am Sonntag um 16:33 kam bei uns eine Abobestellung als Fax herein.
es war leider kein Name angegeben. in der Faxkennung (obere Zeile) konnte man auch weder die Faxnummer des Absenders noch dessen Name sehen. Nur das Datum und eine falsche Urzeit - nämlich 21:34
wer hat diese Bestellung geschickt - bitte melden!!!
Ohne Namen sehe ich keine Möglichkeit, diese Bestellung (relativ groß) auszuliefern. Die Wahrscheinlichkeit, daß meine beiden Damen im Büro die Handschrift irgend einem Kunden zuordnen können schätze ich als ziemlich klein ein.
Pech!
In diesem Zusammenhang eine Bitte:
Wenn keine wichtigen Gründe dagegen sprechen, stellen Sie Ihr Faxgerät doch so ein, daß entweder Ihre Faxnummer oder Ihr Name oder beides angegeben werden. Es kommt leider ziemlich häufig vor, daß kein Name auf dem Faxangebot steht. Wenn wir dann in der Faxkennung Name oder Faxnummer entziffern können, können wir in der Regel auch die Bestellung zuordnen. Sonst suchen wir teilweise ewig in Faxen der Vorwoche, um die gleiche Schrift zu finden. Manchmal haben wir damit tatsächlich Erfolg - öfter auch nicht - und was für ein Aufwand!
Soviel zu den kleinen Freuden des Büroalltags!
Noch ein Lacher auf meine Kosten - ein Kunde hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß ich zwar die Schwarzwurzeln letzte Woche über den grünen Klee gelobt habe - aber leider hab ich nie daran gedacht, sie in unser Faxangebot aufzunehmen. Mist! - hab ich natürlich schnellstens nachgeholt.
Wie haben Sie den Kälteeinbruch überlebt?
Uns hat er schon ein wenig zu schaffen gemacht:
Wenn wir Feldsalat ernten wollen, dann nur mit vielen Hindernissen. Im Freiland ist im Moment eh nichts zu machen - wenn mich auch am Freitag ein Kunde im Laden gefragt hat, warum wir keinen Freiland-Feldsalat hätten - ich denke, die Gründe dafür kann sich jeder selber denken.
Im Gewächshaus ist es aber auch ganz schön schwierig. Wir heizen möglichst nur im Jungpflanzenhaus auf kleiner Fläche und möglichst erst ab Januar. In den anderen Häusern gibt es höchstens mal eine Notheizung für frühe Tomaten oder Gurken. Also friert es ab ca. 4-5 Grad minus auch in den Folientunneln. Da kann man dann mit 2, 3, oder mehr Lagen Vlies und Folie als Abdeckung noch ein wenig tricksen aber zu lange kann die Abdeckung nicht auf dem Salat bleiben. Er wird bei einer so starken Abdeckung sehr schnell gelb. Und dann hilft nur noch ein paar Stunden Sonnenschein, der zum Glück in den Folientunneln auch im Winter schnell für Temperaturen im Plus Bereich sorgt. Trotdem dauert es bis der gefrorene Feldsalat aufgetaut ist, so daß wir nur 2-3 Stunden am frühen Nachmittag schneiden können. Ich habe nichts dagegen, wenn es wieder ein wenig wärmer wird!
(übrigens - der Salat muss nicht wegen der kalten Finger unserer Mitarbeiterinnen aufgetaut sein. Wenn wir gefrorenen Salat anrühren, werden die Zellen beschädigt und er ist dann aufgetaut nur noch Kompost. Also muss auch ein frostharter Feldsalat erst einmal in aller Ruhe auftauen. Das gilt übrigens auch, wenn bei Ihnen doch einmal Gemüse oder Salat gefroren ist. Bitte möglichst wenig anrühren und bei mäßigen Temperaturen langsam auftauen - am besten unter 10 oder 15 Grad - auf keinen Fall neben der Heizung. Bei gefrorenen Bananen hilft das alles nichts - die sind schwarz. Aber einige Salate oder Gemüse kann man so doch noch retten.
Am letzten Samstag hatten wir auch viel Spaß!
Nachts um 3:30 springt unser Bus mit dem wir auf den Wochenmarkt fahren wollten nicht an. Mit Starterkabeln und Verspätung klappte es dann doch noch. Auf dem Markt durften wir versuchen, unseren 15 m langen Stand so dicht zu machen und einzuheizen, daß nichts kaputt geht - nicht so einfach bei 12-15 Grad unter Null! Es ist uns auch nicht überall gelungen. Auch bei 5 Gasheizungen gibt es in der Nähe der äußeren Planen immer Stellen, die von der Warmluft nicht so gut erreicht werden. Und selbst wenn der Kunde an so einem Tag warme Bananen von uns bekommt und wir sie ihm noch doppelt einpacken - 10 Minuten in der kalten Tasche oder im kalten Auto sorgen dafür, daß sie zu Hause ganz schnell schwarz werden.
Da lobe ich mir doch die Abobelieferung!
Ich hoffe, der letzte Satz war nicht wieder ein Eigentor - ich hoffe doch, daß meine Standheizungen in den Lieferautos, die ich diesen Herbst für viel Geld erneuern musste, ordentlich funktionieren; und daß unsere Ware in vernünftigem Zustand bei Ihnen ankommt. Andernfalls melden Sie sich doch bitte, damit wir etwas ändern können. Manchmal liegt es an einem gedankenlosen Fahrer - manchmal stimmt der Abstellplatz nicht. Aber meistens kann man mit ein wenig Mühe etwas ändern. Also bitte gegebenenfalls im Büro melden!
Es gab ein paarmal die Frage, warum ich auf dieser Homepage bei Feiertagen und verschobenen Touren nicht angebe, auf welchen Tag wir Ihre Auslieferung geändert haben.
Das ist leider nicht so einfach, wie es klingt. Ich könnte Ihnen sagen, daß die Tour 59 vom Freitag ausnahmsweise auf den Dienstagvormittag verschoben wird. Aber wissen Sie wirklich, auf welcher Tour Sie beliefert werden? Die Zeitangabe der Belieferung passt auch nicht so recht, weil die Touren am Freitagnachmittag auf verschiedene Ersatztermine verschoben werden. Und wenn ich die ganzen Ortschaften aufzählen müsste - dann würden mehrere Seiten nicht reichen.
Wir legen deshalb normalerweise vor einem solchen Termin 2x Zettel in Ihre Abokiste und hoffen damit, die meisten Kunden - auch mit unregelmäßiger Belieferung - zu erreichen.
Ich hab mir vorhin noch einmal eine Aborechnung angeschaut. Tatsächlich ist rechts oben Ihre Tournummer abgedruckt. Ich glaube, wenn wir öfter auf Ihre Tournummer hinweisen, wäre es doch möglich, an dieser Stelle auf übersichtliche Weise unsere geänderten Lieferzeiten anzugeben. Ich werde mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen - vielleicht klappt es ja so, daß wir beim nächsten mal auf den Zetteln in Ihrer Kiste deutlich auf Ihre Tournummer hinweisen und so mit der Zeit erreichen, daß eine andere Form der Benachrichtigung auch klappen wird. Mal sehen!
Abschließend möchte ich Ihnen allen noch ein fröhliches und erholsames Weihnachtsfest wünschen.
Ihr Ottmar Dänzer
13.12.09
Liebe Abokunden,
bevor ich zu meinem eigentlichen "Gärtnereibrief" komme, zuerst ein paar organisatorische Hinweise. Wenn ich sie an den Schluss setze, werden sie vielleicht nicht mehr gelesen.
neue Artikel!
ich will nachher gleich noch einen neuen Menupunkt einfügen - neue Artikel
als ersten neuen Artikel möchte ich dort die Vorzugsmilch vorstellen. Wir haben sie die letzte Woche in unserem Laden von Kunden probieren lassen. Praktisch alle haben den guten Geschmack gelobt. Wir möchten Sie deshalb auch Ihnen als Abokunde anbieten.
unter dem neuen Menupunkt möchte ich neue Artikel vorstellen, von denen Sie sonst vielleicht gar nichts erfahren.
Möglicherweise werden wir auch wieder Artikel mit knappem MHD zu Sonderpreisen anbieten. Das hat vor Jahren eine Zeit lang ganz gut mit unserem Gärtnereibrief funktioniert - vielleicht klappt es mit der Internetseite ja sogar noch besser.
Frostwetter! bitte achten Sie darauf, daß der Inhalt ihrer Abokiste nicht vor dem Haus erfriert!
Wir werden unsere Fahrer noch einmal eindringlich darauf hinweisen, bei allen Abokunden zu klingeln, damit Sie die Chance haben, Ihre Lieferung gleich zu versorgen. Sollten Sie nicht zu Hause sein, so gibt es eine Reihe von Möglichkeiten:
eine bereitgelegte Decke kann je nach Temperatur und geschütztem Hauseingang einige Stunden vor Frost schützen.
unsere Fahrer können die Kiste auch in der unversperrten Garage (auf Wunsch bekommt der Fahrer auch einen Schlüssel) oder im Keller deponieren.
oder wir klingeln bei der Nachbarin und geben die Kiste dort ab. Sie können einen entsprechenden Hinweis auch an der bereitgestellten leeren Kiste anbringen, wenn Sie die Dienste Ihrer Nachbarin nicht immer in Anspruch nehmen wollen oder wenn sie nicht immer zu Hause ist.
Bitte sorgen Sie aber in jedem Fall dafür, daß der regelmäßige Abstellplatz bei uns im Büro gemeldet wird. Wir müssen diesen Abstellplatz auf jeden Fall im Büro in unserer Software vermerken, damit der Fahrer einen entsprechenden Hinweis auf seiner Fahrerliste vorfindet. Ein neuer Fahrer, der bei Krankheit oder Urlaub einspringen muss, hat sonst keine Ahnung, daß er die Kiste nicht vor Ihrem Hauseingang abstellen darf. Eigentlich sollten unsere Stammfahrer dafür sorgen, daß entsprechende Hinweise auch ins Büro weiter geleitet werden. Leider muss ich aber eingestehen, daß dies doch immer wieder mal vergessen wird und dann gibt es Ärger, wenn ein Ersatzfahrer einspringen muss. Bitte helfen Sie in dieser Beziehung mit und geben entsprechende Hinweise auch ans Büro weiter. Vielen Dank!
jetzt zum Gärtnereibrief
alle reden vom Wetter - warum nicht auch ich......
nach einem langen milden Herbst wird es jetzt anscheinend doch kälter. Das hat ein paar Auswirkungen auf unsere Arbeit in der Gärtnerei - und teilweise auch auf unsere Abokisten (siehe oben).
Nachdem wir sehr lange noch Blattsalate aus dem Freiland schneiden konnten, ist das jetzt fast vorbei. Am Samstag haben wir die letzten Kopfsalate, die noch einigermaßen groß geworden sind, vollends abgeschnitten. Selbst mit Vlies abgedeckt halten Sie nur Temperaturen von - 4-5 °C aus. Fällt das Thermometer darunter, dann werden die Blätter glasig und nach kurzer Zeit ist nichts mehr zu retten. Wir haben aber Glück gehabt - bei dem milden Wetter bis Mitte Dezember konnten wir fast allen Salat abernten. Leider ist er zum Teil etwas klein geblieben, da er nach dem Anwachsen Ende August wochenlang keinen Regen abbekommen hat. Das hat dann leider dazu geführt, daß er viel langsamer gewachsen ist, als vorgesehen. Wir haben dann in den letzten Wochen unseren Salat etwas kleiner geschnitten und billiger verkauft. Die meisten Kunden haben unseren frisch geschnittenen kleinen Salat aber dem zugekauften französischen vorgezogen.
Ab sofort müssen wir aber jetzt auch auf französischen ausweichen. Der Eissalat stammt aus Spanien.
Wer trotzdem noch eigenen Salat wünscht - da haben wir noch einiges anzubieten:
Endivie
Zuckerhut
Kresse
Feldsalat - bei Frost im Folientunnel - wenn das Wetter es zulässt, im Freiland geschnitten
Endivien - er hält ein wenig mehr Frost aus - abgedeckt so ca. 6-7 ° C. Da es für diese Woche aber einige kältere Nächte gemeldet hat, werden wir auch hier im Laufe der Woche auf französischen Endivien umsteigen müssen.
Zuckerhut - er kann deutlich mehr Frost vertragen. Man sagt ihm eine Frosthärte von ca. -7°C nach - ich hoffe, daß er mit doppeltem Vlies abgedeckt noch ein paar Minusgrade mehr aushält, so daß wir ihn noch ein paar Wochen ernten können. Wenn man ihn im Kühlraum einlagert, kann man ihn zwar noch einige Zeit aufheben - aber so knackig wie frisch vom Acker ist er sicher nicht mehr. Wer also neben Feldsalat noch eigenen, frischen Salat haben möchte, dem sei der Zuckerhut empfohlen. Sie finden einige schmackhafte Rezepte in unserem Rezeptbuch. Ich hoffe, daß Sie auf den (Zuckerhut)geschmack kommen, bevor wir dann den teuren Zuckerhut aus Italien einkaufen müssen, weil unser eigener auf dem Großmarkt verkauft wurde oder erfroren ist.
Entschuldigen Sie bitte den vorwurfsvollen Ton - es ist mir damit nur ein klein wenig ernst.
Es ist leider nur allzu oft so, daß die eigenen Produkte erst richtig geschätzt werden, wenn sie knapp sind oder wenn die Ernte vorbei ist. Eine Tatsache, die wir seit Jahren beim Endivien beobachten müssen. Endivie ist wie oben erwähnt, nur 1-2 Grad frostverträglicher als normaler Blattsalat. Die Hauptsaison fängt also beim Endivie vielleicht Ende August an und ist eigentlich mit Einsetzen der ersten Fröste Anfang bis Mitte Oktober beendet. Endiviensätze, die danach erst erntereif sind, sind ein großes Risiko, bei denen der Gärtner nur selten gewinnen kann und von dem jede Beratung abrät. Eine einzige kalte Nacht kann trotz Vliesabdeckung die ganze Ernte vernichten. Trotzdem ist es so, daß wir kaum einmal einen Endivie im September verkaufen, nur wenige im Oktober und unsere Kunden - im Abo wie auf dem Großmarkt - erst im November nach Endivie fragen, wenn er eigentlich 2 von 3 Jahren erfroren sein müsste.
Da kann einem schon ein wenig der Spaß vergehen. Ich habe deshalb auch die ersten Sätze Endivie komplett aus meinem Anbauprogramm rausgeschmissen und mache nur noch die Risikosätze am Schluss. Eigentlich kann man da auf Dauer nur verlieren - außer man verlässt sich auf die globale Klimaerwärmung - das scheint ja eine ziemlich sichere Sache zu sein!
Worum gings gerade noch einmal? Ach ja - den Zuckerhut! Also - der eigene Endivie ist abgeerntet, aber wer einen ähnlichen Salat noch eine Weile genießen möchte, der soll einmal unseren Zuckerhut versuchen. Er hat ein etwas festeres Blatt als der Endivie und ist wie alle Zichoriensalate (Radicchio, Chicoree, Endivie) leicht bitter. Die Bitterstoffe sind vermehrt in den äußeren grünen Blättern anzutreffen. Da wir aber inzwischen die äußeren Blättter wegputzen müssen und die Bitterstoffe durch Frosteinwirkung noch etwas zurückgehen, müsste der Zuckerhut den meisten schmecken. Wenn man den Zuckerhut noch etwas kinderfreundlicher zubereiten will, dann sollte man ihn recht fein schneiden, ihn eventuell mit Obst (Bananen, Clementinen, Birnen, Äpfel) mischen, ihn ein wenig früher zubereiten und in der Salatsauce ziehen lassen. Das alles mildert die Bitterstoffe ein wenig. Und als letztes Mittel kann man ihn natürlich geschnitten durch warmes Wasser ziehen. Als letztes Mittel deshalb, weil dadurch nicht nur die gesunden Bitterstoffe, sondern auch einige Vitamine verloren gehen. Aber was solls - ein Zuckerhutsalat mit halb so vielen Vitaminen ist immer noch viel gesünder als gar keiner!
Zum Schluß noch ein kurzer Hinweis zu den Schwarzwurzeln im Sortiment.
Sie sind meiner Meinung nach viel unbeliebter als es ihnen zukommt. Sie werden nicht ganz zu Unrecht als "der Spargel des armen Mannes" bezeichnet..
äähhhh........ soll ich das jetzt so stehen lassen?
die Schwarzwurzel ist zwar ein wenig günstiger als der Spargel - aber ganz billig auch wieder nicht (das sollte auch nicht sein, da der Anbau und die Ernte ganz schön aufwändig ist)
und das obige Zitat hat auch den Beigeschmack "schlechter Ersatz". Da bin ich ganz anderer Meinung! Wenn ich ein gut zubereitetes Schwarzwurzelgericht mit einem möglicherweise holzigen Spargel vergleiche, da siegt die Schwarzwurzel haushoch!!
Also geben Sie der Schwarzwurzel bitte eine Chance!
Und dann kommt natürlich auch häufig der Einwand - Schwarzwurzeln machen doch so viel Arbeit!
Stimmt und stimmt auch wieder nicht!
Wie viel Arbeit macht denn Spargelschälen?
Und wegen dem klebrigen Milchsaft, der die Haut braun färbt kann man sich mit Haushaltshandschuhen behelfen oder man kocht die Scharzwurzeln vorher oder überbrüht sie.
Bitte lesen Sie in unserem Rezeptbuch nach wenn Sie die Schwarzwurzel nicht eh schon lieben.
Bis nächste Woche
Ihr Ottmar Dänzer
6.12.2009
Liebe Abokunden,
nachdem ich so lange Zeit keine "Gärtnereiinfo" verfasst und auf die Rückseite Ihrer Rechnungen gedruckt habe, wollte ich unsere neue Internetseite eigentlich zum Anlass nehmen, diese Infos wieder regelmäßig zu schreiben.
Die Internetseite hat für diesen Zweck viele Vorteile:
- Ich spare für mich und die Umwelt eine ganze Menge Toner und Papier. Es war schon manchmal ein ganz schöner Aufwand, die ganzen Rechnungen hinten auch noch zu bedrucken. Abhängig vom Zustand unserer jeweiligen Drucker hat das neben Geld auch eine ganze Menge Nerven gekostet. Wer öfter mal auf einem alten Drucker beidseitig drucken muss, weiss wahrscheinlich, wovon ich spreche (und hasst den Begriff Papierstau).
- Ich kann so lange schreiben, wie ich Lust und Zeit habe. Es kam gar nicht so selten vor, daß ich nachträglich entscheiden musste, welche Absätze ich weglassen oder kürzen muste, da mein Gärtnereibrief zu lange war. Jetzt im Internet muss man beim Lesen einfach weiter nach unten scrollen. Und nicht zu vergessen - Sie brauchen das alles ja nicht zu lesen. Wenn ich mal wieder zu weitschweifig aushole, dann lesen Sie einfach nicht weiter.
- Ich hoffe, daß Sie aber trotzdem einigermaßen regelmäßig diese Seite besuchen. So habe ich wieder Gelegenheit, auch Organisatorisches mit wenig Aufwand und wenig Druckerschwärze unter die Leute zu bringen. Auch Hinweise zum Gemüse und zu Rezepten kann ich so weitergeben. Es wäre schade, wenn Sie aus einer momentanen Enttäuschung über meine schriftstellerischen Qualitäten heraus diese Seite nie mehr anklicken würden.
- Ich werde mir etwas einfallen lassen müssen, wie ich unseren Kunden, die keinen Internetzugang haben, diese Infos auch zukommen lassen kann. Vielleicht gelingt es ja, daß ich dem Kreis, auf den dies zutrifft, regelmäßig ein Fax zukommen lassen kann - mal sehen.
Ich kann jetzt nicht alles nachholen, was ich seit dem letzten Gärtnereibrief versäumt habe - ist ja klar. Vielleicht kann ich so nach und nach ein wenig erzählen.
Aktuell möchte ich vielleicht auf ein paar Sonderangebote hinweisen.
Zum einen möchte ich Ihnen unser "Weihnachtsgeschenk" auf der 1. Seite vorstellen. Wir geben Ihnen 10 % Rabatt (bis 20,- Euro), wenn Sie unser Gemüseabo verschenken. Nachdem wir so lange Zeit keine aktive Abowerbung mehr gemacht haben, werden wir versuchen, uns etwas einfallen zu lassen, wie wir wieder mehr Abokunden gewinnen können.
Wir haben natürlich immer noch eine ganze Menge Abokunden. Wir konnten aber durch unseren Umzug nach Germannsweiler vor ein paar Jahren unsere Anbaufläche von 30.000 m² auf über 180 .000 m² aufstocken. Wenn auch nicht die ganze Fläche gleich gut zum Anbau von Gemüse geeignet ist, so kann man auf der Fläche doch eine ganze Menge anbauen! Nach sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Bio-Großhandel als Abnehmer bin ich zu dem Schluß gekommen, daß diese Zusammenarbeit ganz schön nervig ist. Teilweise viel Streß, weil sehr kurzfristig auf große Bestellungen reagiert werden muss. Da suchen wir uns vormittags manchmal aus lauter "Langeweile" eine andere Arbeit. Und dann kommt am frühen Nachmittag eine große Bestellung herein, die noch am selben Tag gerichtet werden muß. Streß!
Dazu kommt noch, daß wir bei den Preisen, die der Großhandel bereit ist zu bezahlen, oft kaum unsere Löhne bezahlen können.
Wers nur für das "übliche Gejammer" hält, sollte mal versuchen, 10 kg Möhren anzubauen, sie zu ernten, alle wurmigen, krummen und beinigen wegzuwerfen, sie zu waschen, putzen, etikettieren und dann bekommen Sie als Gärtner vielleicht 3 Monate später 5-6 Euro für diese 10 kg überwiesen. Ein tolles Geschäft - das kann ich Ihnen versichern. Natürlich habe ich dabei ein wenig übertrieben - aber wirklich nicht allzu viel. Es gibt zum Glück auch Kulturen, da bleibt ein wenig mehr Geld beim Gärtner hängen.
Aber Sie verstehen vielleicht, warum es für mich wesentlich befriedigender ist, wenn wir unser Gemüse zu einem einigermaßen - für beide Seiten vertretbaren Preis -direkt an Sie als Endverbraucher verkaufen können. Dadurch können wir uns wenigstens 2 Zwischenhändler (Großhandel und Naturkostladen) sparen, die auch Geld verdienen wollen und müssen.
Und ich bin davon überzeugt, daß unsere Kunden ebenfalls daraus Nutzen ziehen, wenn wir Ihnen qualitativ hochwertiges Gemüse topfrisch direkt vom Acker in Ihre Küche liefern können.
Also - sollten Sie mal einem Freund einen Gefallen schuldig sein - vielleicht wollen Sie unser Abo verschenken oder uns weiter empfehlen?!
Wie war das nochmal mit meinem weitschweifigen Erzählstil???
Bevor ich aber endgültig für heute Schluß mache, noch der Hinweis auf unser Fischangebot für Weihnachten:
Ich werde spätestens morgen abend auf unsere 1. Seite unser Angebot für frische Forellen für Weihnachten einfügen. Heute fehlen mir noch ein paar Infos von unserem Großhändler. Wir werden diese frischen Forellen nur auf Vorbestellung besorgen können - das ist bei einer so heiklen Ware, die möglichst frisch verwendet werden sollte einfach notwendig.
Dies ist ein ganz neues Angebot! Bisher konnten wir nur wenige Sorten Fisch entweder geräuchert oder in der Dose oder eventuell tiefgefroren anbieten. Wenn alles klappt, können wir frischen Fische aus ökologischem Anbau ein paar mal im Jahr anbieten. Mal abwarten.
So - jetzt ist fürs erste mal genug geschwätzt . Wenn alles klappt, wird das wohl wieder eine regelmäßige Beschäftigung für meinen Sonntagnachmittag. Wer am Sonntag meine Rechtschreibung korrigieren wird, ist allerdings noch nicht raus (Heidrun hat sich schon mal kategorisch geweigert, Sonntag ins Geschäft zu kommen) .
Also - tschüss
Ihr Ottmar Dänzer